Die Begriffe sind in Themengebiete und assoziativ gelistet, nicht alphabetisch.

BIM

Building Information Modelling, Bauwerksdatenmodellierung, beinhaltet als digitale Abbildung eines Gebäudes neben den geometrischen Parametern des Gebäudes, seiner Bauteile und Einbauten auch bauphysikalische Daten, Katalogdaten (Hersteller, Typ etc.), Gewerk, Klassifizierung (z.B. tragend), Kosten und Zeitangaben und weitere Attribute. Im Planungsprozess können verschiedene übliche Informationstiefen (LOI, Level of Information) vereinbart werden, da z.B. im Vorentwurf ein Fenster mit einer Größe angeordnet wird, nicht unbedingt dessen Material, Profilform, Verglasung, Kennwerte etc. Je nach Vereinbarung können die am Planungs- und Bauprozessen Beteiligten Personen in verteilten Rollen gewerkespezifisch, in verschiedenen Informationstiefen, Phasen und Darstellungsarten auf das gleiche Modell zugreifen und sich darüber austauschen.

Heizung

Heiztage 

Tage an denen die mittlere Außentemperatur unter der Heizgrenze liegt.

GTZ, Gradtagszahl (GT) 

nach VDI 2067 in Kelvintagen [kd/a]. Zur Abschätzung des Heizenergie­bedarfs am Standort in einer Zeitperiode, meist pro Kalenderjahr oder z.B. bei Mieterwechsel mo­natsweise. Berechnet wird Zahl der Heiztage, multipliziert mit der Differenz von mittlerer Außen- und Innenraumtemperatur an diesen Tagen. Die Heizgrenztemperatur wird normativ mit 15 °C an­genommen. Die anzunehmende Außentemperatur wird den Daten der nächstgelegenen Wetter­station entnommen. Die GTZ liefert also Daten für die meteorologischen Bedingungen an einem Standort.

Kostenfreie langfristige Daten bietet der DWD, das IWU ein Excel-Tool dazu.

Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Leistungen - Kostenfreie Gradtagzahlen/Gradtage (dwd.de)(link is external)

Institut Wohnen und Umwelt (IWU): Energiebilanzen für Gebäude(link is external)

HGT Heizgradtage (G) 

nach VDI 3807 in Kelvintagen [kd/a]. Zur Abschätzung des Heizenergie­bedarfs eines geplanten Gebäudes an einem Standort in einer Zeitperiode. Dabei wird die Qualität der Gebäudehülle mit einbezogen, indem an Stelle der normativen Heizgrenztemperatur von 15 °C die tatsächliche Heizgrenztemperatur des Gebäudes eingesetzt wird und nur die Heiztage mit mitt­lerer Außentemperatur unter dieser individuellen Heizgrenze berücksichtigt werden. Bei gedämmten Gebäuden kann die Heizgrenztemperatur bei 12 °C oder sogar 10 °C Außentemperatur liegen, was weniger Heizgradtage bedeutet. Die Raumtemperatur ist über die individuelle Heizgrenztemperatur schon berücksichtigt.

Heizgradstunden

sind HGT x 24 in Kelvinstunden [Kh] oder Kilokelvinstunden [kKh] in einer Zeitperiode, meist das Kalenderjahr [a]. Hilfreich zur Berechnung des Heizwärmebedarfs, der in kWh angegeben wird. In Deutschland gelten 66 kKh/a als Norm.

Transmissionswärmetransferkoeffizient 

U [W/m²K], Maß für den Wärmedurchgang durch ein Bauteil von 1 qm Fläche pro Kelvin (Grad) Temperaturunterschied von innen nach außen.

Durch Multiplikation der beiden obigen Werte HGT x U errechnet den theoretischen jährlichen Wärmeverlust über die Gebäudehülle.

Klimakorrektur Multiplikation erfasster Verbrauchsdaten mit dem Klimafaktor, um bundesweit Gebäudequalitäten vergleichen zu können (Verbrauchsausweis).

Witterungsbereinigung Umrechnung erfasster Verbräuche auf das langjährige Mittel.

Klimafaktor In den Tabellen des DWD(link is external) sind Klimakorrektur und Witterungsbereinigung enthalten und im Klimafaktor zusammengefasst.

Nutzungsgrad

Anteil der nutzbaren Leistung an der gesamten zugeführten Energie. Je nach Teildefinition werden verschiedene Verluste berücksichtigt. Der Normnutzungsgrad wird vom Hersteller durch Abzug der geräteinternen Verluste berechnet. Durch Verluste aus Teillast, Taktung, Verteilung und Speicherung kann der Jahresnutzungsgrad ermittelt werden.

Der Kehrwert des Nutzungsgrades ist die Erzeuger-Aufwandszahl.

Das Produkt aus dieser Aufwandszahl und Primärenergiefaktor ist die Anlagenaufwandszahl.